Klausuren… und Gedanken

Heute habe ich die E-Klausur in Kunstgeschichte hinter mich gebracht. Hinter mir liegen viel Lernerei, Ärger auf der Arbeit und permanente Müdigkeit. Donnerstag ist die nächste Klausur fällig, vor der ich aber nicht so viel „Angst“ (ist eigentlich der falsche Begriff, „nervös“, „unruhig“, „zweifelnd“ etc. beschreiben das Gefühl besser) habe. Ohne lernen hätte ich die E-Klausur auf jeden Fall nicht schaffen können. Eine Eins wird das schon mal nicht, aber eine Vier ebenfalls nicht. Wenn es „nur“ eine Drei wird – was soll’s? Wofür setze ich mich selbst so unter Druck, wenn ich Kunstgeschichte aus purem Interesse und Vergnügen gewählt habe?

Ich habe viel gelernt und viel entdeckt. Außer mir mal die eine oder andere Kirche angesehen, habe ich mich vorher nie groß mit der Kunstgeschichte des Mittelalters beschäftigt.
Nun, in einem Punkt hat sich meine Meinung nicht geändert: Ich wundere mich immer noch über diese dämlichen, fanatischen Idioten, die all das Wissen der Römer und Griechen verleugnet haben, nur weil diese keine Christen waren. Gerade das frühe Mittelalter im westlichen Europa ist für mich ein Paradebeispiel in welche Bildungsferne und Unwissenheit religiöser Eifer führen kann, in welche Abhängigkeiten die Menschen geführt werden und welche Rückschritte sich auch in der Kunst finden lassen. Es ist eher erstaunlich, dass nach und nach kluge, freier denkende Köpfe den Weg für mehr Wissen und Freiheit, worunter ich auch die Kreativität verstehe, bereiten konnten. Wieder. Auch wenn Byzanz ebenso christlich war, ließ es nicht all die Errungenschaften der Vergangenheit verkommen. Die orthodoxen Christen waren eindeutig klüger.

Klar, oft kommen die Argumente „das römische Reich ist untergegangen“. Nee, wenn schon, dann nur Westrom, Ostrom bestand bis 1453. Unter einem „Untergang“ verstehe ich obendrein etwas anderes als den allmählichen Zerfall durch verschiedene Interessengruppen, einfältige Eitelkeit, falschen Stolz, Verleugnung des Wissens, der festen Überzeugung, das sei nun ein „höheres Zeitalter, weil Gott viel näher“ und dem Warten aufs jüngste Gericht. Ja, klar, wenn ich eine Weltuntergangssekte bestimmen lasse, dann sind Abwasserkanäle und Wasserversorgung, Hygiene, Bildung etc. natürlich unwichtig. Die orthodoxen Christen hingegen orientierten sich mehr im Diesseits, denn der Bestand Ostroms und das Christentum gehörten für sie zusammen, also kein Grund, jetzt alles verkommen zu lassen. Die römisch-katholischen Christen lernten immer wieder von den Byzantinern, erhielten neue Impulse usw. Sie hätten auch von den Arabern lernen können, aber Bücherverbrennungen sind ja scheinbar viel interessanter. Als großes Dankeschön für all die Jahre Entwicklungshilfe verpassten dann die Christen des ehemaligen Westroms Ostrom dann noch einen Dolchstoß nach dem anderen. Neid, Ignoranz, Hinterhältigkeit und Machtgier treffen auf mangelnde Bildung, wenig vorausschauendes Denken und „Unmenschlichkeit“, die leider allzu menschlich ist. Daran ändert auch die mantraartige Wiederholung, das Christentum stünde für Ordnung, Recht, Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Gleichberechtigung (!!!???), absolut nichts. Spätestens, wenn dann noch die Demokratie  als christliche Errungenschaft präsentiert wird, muss ich an mich halten, dass ich mich nicht vor Lachen kringele.
Natürlich, meine Meinung ist sehr persönlich. Es darf mir dementsprechend widersprochen werden.

Sooooo, und nun höre ich mal wieder auf mit dem Gedankenspielchen. Erschreckend ist daran einfach nur, dass sich Geschichte ständig wiederholt. Zurück zu den Klausuren!

Über eines bin ich froh: Da ich nebenberuflich studiere, ist zwar schon insgesamt mehr Stress angesagt, aber die Klausuren häufen sich nicht so extrem wie bei anderen Studenten. Nachdem ich diese zwei Klausuren geschafft habe, fehlen nur noch der Praktikumsbericht und der Prüfbogen zu meiner Vorlesung über Byzanz bis zum makedonischen Zeitalter. Ich freue mich auf Byzanz. 🙂

No Spam!

Liebe Kommentarspammer, Blogspammer,

es macht für Euch keinen Sinn, sich auf meiner Seite als Benutzer zu registrieren: Entdecke ich eine Mailadresse, die eindeutig auf einen Spammer hindeutet wie blablabla@bestblablabla.com, wird sie von mir sofort gelöscht. Ganz davon abgesehen, dass eventuelle Spamkommentare sowieso von mir gar nicht erst freigeschaltet werden.
Das ist meine Seite, nicht Eure, und ich werde mir auch in Zukunft nicht meine Seite von Euch verderben lassen, selbst wenn ich plötzlich 1000 Kommentare täglich moderieren müsste. Bei mir seid Ihr weder als Kommentarspammer noch als E-Mail-Spammer willkommen und am allerliebsten, wenn ich könnte, würde ich Euch komplett aus dem Internet werfen!

Keine lieben Grüße an Euch
Yvonne Hensgen

Arbeitsweg

Mein Arbeitsweg… sieht nicht genau so aus. Im verschlafenen Zustand sehe ich morgens links eine langgezogene weiße Wand, rechts ein Gebäude mit viel Glas und vor allem viel freundliches Grün. In der Ferne dann eine Brücke, die auch nicht direkt als solche erkennbar ist durch ihre Umrandung. Das hier ist kein absolut realistisches Bild, eher das, was ich wahrnehme frühmorgens. Was leider ebenfalls ganz und gar nicht der Realität entspricht: die leere Straße. Gewöhnlich jagt hier ein Auto das nächste, dicht an dicht. Ich glaube, diese Straße ist allenfalls um 2, 3 Uhr nachts wenig befahren. Im Grunde also ein eher langweiliger, lauter Weg von der Bushaltestelle zu meinem Einsatzort. Wären da nicht einige Gebäude links und rechts, die von besseren Zeiten erzählen. Und die werde ich Euch in den nächsten Tagen zeigen. Vielleicht realistischer? Oder verklärter? Mal schauen. Hier zeichnete ich schnell mit Tusche- und Buntstiften auf Aquarellpapier.

Datenschutz

Gerade erhält man ja von allen möglichen Diensten wie WhatsApp, Onlinegames usw. neue Benachrichtigungen und Zustimmungsaufforderungen wegen der neuen Datenschutzverordnung, die zwar bereits seit 2016 in der EU gilt, aber zum 25. Mai 2018 umgesetzt werden muss.

Nun könnte ich als kleiner Blog- und Homepagebetreiber zwar meinen, dass es mich nicht betrifft, aber Pustekuchen! Doch, es betrifft auch mich. Noch biete ich keinen Newsletter an, da es sich meiner Meinung nach erst lohnt, wenn ich regelmäßiger neue Inhalte einstelle, die für einen Leserkreis interessant sein könnte, doch auch ohne werden Daten gesammelt. Zu den personenbezogenen Daten gehören schließlich nicht nur Name, Adresse, E-Mail-Adresse usw., sondern auch Daten wie Cookies, die IP-Adresse usw. Alleine schon dann, wenn ich analysieren will, welche Unterseiten besonders oft aufgerufen werden, greife ich – wenn auch nicht bewusst – auf diese Daten zu. Ich verwende WordPress und habe nur teilweise eine Ahnung davon, was überhaupt alles in irgendeiner Form im Hintergrund an Daten gesammelt wird. Ich kann nur versuchen, so wenige wie möglich zu sammeln. Um ganz sicher zu gehen, müsste ich meine Homepages einstampfen, was ich jedoch nicht will.

Es wird noch besser: Sobald ich hier ein YouTube-Video einstellen würde, was ja durchaus auch geschehen kann, habe ich nicht einmal mehr ansatzweise die Kontrolle, welche Daten weitergegeben werden. Ich selbst gebe ganz bestimmt nicht die Daten weiter, das wäre für mich ein absoluter Vertrauensbruch. Doch YouTube und co setzen natürlich auch Cookies usw. Also kann ich nur darauf hinweisen, dass es ein YouTube-Video ist und was beim Anklicken des Videos geschieht.

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber je mehr ich mich mit dieser Materie beschäftige, umso mehr schwirrt mir der Kopf. Denn eines kann ich wirklich nicht: 100% garantieren, dass nur die Daten XYZ gesammelt werden, wenn sich ein Benutzer zum Newsletter anmeldet, wenn er mir eine Mail schickt (nein, ich gebe auch keine Mailadressen weiter) usw. Vor allem, weil ich entdeckte, dass sogar ohne Newsletter, ohne Anmeldebutton und ohne Mailkontakt einige es geschafft haben, sich auf meiner Seite als Abonnent zu registrieren. Einerseits schmeichelhaft, andererseits erschreckend – so etwas war doch gar nicht vorgesehen. Noch nicht. Nur eines kann ich meinen Abonnenten zumindest versprechen: Ich werde die E-Mail-Adressen nicht weitergeben. Auf Wunsch lösche ich das Abonnentenbenutzerkonto auch umgehend. Ansonsten: Herzlich Willkommen!

Test: Faber-Castell Pitt Artist Pens brush

Für meine Verhältnisse habe ich mir gerade etwas sehr Teures gegönnt: Am Samstag kam die 60er Atelier-Box von Faber-Castell an, Tuschestifte in 60 Farben. Natürlich musste ich sie gleich testen, denn sie erinnerten mich eher im ersten Augenblick an überteuerte Filzstifte und ich war skeptisch, ob sich diese Investition wirklich gelohnt hat. Falls nicht, würde ich sie sofort zurückschicken. Hier mein Test:

Die Farben sind einfach unglaublich brilliant und sogar bei vollkommen normalem Schreibpapier, das man für den Drucker verwendet, drückt sich trotz mehrmaligem nass Darübermalen fast nichts durch (siehe rechtes Bild). Ich habe sogar etwas mit dem Bildbearbeitungsprogramm den Kontrast erhöht, damit man am Bildschirm besser erkennen kann, wo sich die Blume etwas durchdrückt.

            

Im unteren Teil der Blume malte ich absichtlich extrem kreuz und quer. Von Filzstiften kenne ich es, dass fast alles durchscheint, auch riffeln sie eher das Papier auf oder fabrizieren sogar Löcher und bei größeren zu füllenden Flächen entstehen weitaus mehr Streifen. Ein Grund, weshalb ich die letzten Jahre Buntstifte und Fineliner benutzte statt mit Filzstiften oder anderen Stiften zu experimentieren. Einige Streifen hier sind durch die Verwendung mehrerer Farbtöne entstanden, also nicht mal vom doppeltem Darüberfahren. Bei größeren Flächen benutzt man gewöhnlich ohnehin eher Nassfarben.
Was ich ebenfalls mag: Die Spitze ist flexibel, man kann also auch die komplette Spitze für breitere Striche verwenden, gleichzeitig ist sie so stabil, dass man schmalere Striche nur mit dem Spitzenansatz hinbekommt. Dadurch sind auch tropfenförmige Effekte möglich. Also fürs Lettering und Zeichnen sind sie auf jeden Fall perfekt.

Natürlich mussten die Stifte auch den Test mit Aquarellpapier über sich ergehen lassen, das sehr stark saugt und strukturiert ist. Spätestens jetzt würden jeder Filzstift und etliche Fineliner verlieren.

Doch seht selbst: Farbbrillianz, die Struktur interessierte kein Bisschen und auch hier hält sich die Streifenbildung in Grenzen. Natürlich bekommt man bei so einem Papier keine sauberen Farbübergänge ohne viel Flüssigkeit mehr hin, war auch nicht wirklich in diesem Moment mein Ziel, aber ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Ja, doch, wir werden noch viel Spaß miteinander haben und ich freue mich auf weitere Experimente und vor allem neue Ideen, die durch neue „Werkzeuge“ oft entstehen. Also Filzstifte können mir gerne weiter gestohlen bleiben… Ich kenne da etwas viel Besseres.

BuJo – Bullet Journal… Was soll das denn sein?

Genau das dachte ich mir, als ich das zum ersten Mal gelesen habe. Als ich mich im Internet erkundigte, dachte ich mir nur (gerade bei den „Erweiterungen“): „Oh, da packen Leute das zusammen, was ich über einen Kalender und mehrere Zettel verteile. Eigentlich sinnvoller.“

Ein Bullet Journal ist ein Buch oder Heft, meist im A5-Format, das als ganz persönlicher Kalender umfunktioniert wurde. Ganz persönlich, weil dort auch To Do-Listen Platz finden können, genauso Monatsziele, Jahresziele, Besprechungsnotizen und vieles mehr. Ich muss ja zugeben, dass ich bis jetzt gerne bei meinen Listen, was ich alles erledigen muss/soll/will ordentlich geschummelt habe. Grundsätzlich packe ich sie zu voll. Da ist immer weitaus mehr drauf, als ich an einem Tag oder in einer Woche schaffen kann, folglich erledige ich schon mal nicht alles. Ich schreibe diese Listen aber auch lieber als dass ich Kram erledige. Also schreibe ich immer wieder neue Zettel damit voll, erschlage mich selbst mit all den Aufgaben und habe leider auch gar keinen Überblick, wie lange ich einige Punkte fröhlich vor mich hinschiebe. Gut, Wichtiges erledige ich schon zeitnah oder zeitnäher, alles andere aber garantiert nicht. Mit so einer vollen Liste kommt man sich selbst doch ganz schön wichtig vor oder, wie bei mir eher der Fall, denkt zumindest an all die „würde ich gerne“-Punkte, die man irgendwann „wenn Zeit ist“ abarbeitet. Werden diese Punkte (Bullet Points! Daher der Name vom Bullet Journal.) in ein Heft übertragen, fällt einem professionellen Selbstillussionisten wie mir dann doch die Klappe runter: Aua, ertappt, den Punkt schiebe ich mittlerweile schon seit zwei Wochen… Oder es wird einem erst einmal richtig bewusst, was man da eigentlich für einen unrealistischen Blödsinn plant, der Tag hat doch nur 24 Stunden, von denen man einige auf der Arbeit verbringt oder verschläft.

Für mich ist das Bullet Journal gerade brutaler als ein geduldiger Kalender, in den ich nur Termine reinschreibe. Die To Do-Listen sind ja auf Zetteln. Doch wie heißt es so schön? „Selbsterkenntnis…“
Dafür macht mir das Gestalten des Heftes richtig Spaß. Wenn ich schon nicht zum Malen komme, reicht die Zeit zumindest für die Gestaltung einer Seite oder dafür, sich nochmal klar zu machen, was man eigentlich vom Leben will.

Einen Buchtipp habe ich zu dem Thema:

„Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode“ von Jasmin Arensmeier

Mir gefällt an dem Buch einerseits, dass sie viele Vorschläge macht, die auf die verschiedensten Geschmäcker treffen können – von eher einfach (wenn jemand z. B. weniger Zeitaufwand damit betreiben will) bis hin zu kreativer.
Ansprechend finde ich außerdem ihren Schreibstil: einerseits locker und fließend, niemals jedoch platt, andererseits informativ. Sie erklärt gut und veranschaulicht einiges anhand eigener Erfahrungen, zum Beispiel auch, was man machen kann, wenn man einen „Fehler“ macht.
Außerdem ist das Buch selbst liebevoll gestaltet, ich nehme es gerne immer wieder in die Hand.

Hier einige Beispiele von mir bzw. meinem ersten BuJo:

 

 

 

 

 

 

 

Ja, ich habe das Stempeln wiederentdeckt… Und irgendwie stehe ich gerade auf Pink und Türkis, zumindest im BuJo.

Da es im Internet, vor allem auf Pinterest, so viele Beispiele gibt, verzichte ich auf das Zeigen von Kalenderblättern. Da bin ich noch am Testen. Aber wer weiß – vielleicht kommt dazu noch ein Beitrag. Ich bin ja noch Anfänger und das Jahr ist lang. Das Leben bestimmt auch.

 

 

Viel langsamer geht es voran

Ursprünglich hätte ich einige Tage frei gehabt diese Woche, doch durch die Krankheitsvertretung dann doch nicht. Nun, als Freiberuflerin ist das besser, denn es spült Geld in die Kasse. Von der kreativen Seite her ist mehr Freizeit jedoch besser, da ich mich dann im Malen, Machen, Tun verlieren kann. Oft bin ich nach getaner „normaler“ Arbeit und durch dieses zur falschen Uhrzeit aufstehen müssen so geschlaucht, dass ich einfach nur noch schlafen kann.
Kennt Ihr das, wenn man wie zwischen zwei Polen hin- und hergerissen ist?

Seitdem ich wieder WordPress benutze…

…nutze ich plötzlich den Internet Explorer.

Eigentlich ist Mozilla Firefox meine erste Wahl, doch mittlerweile zickt dieser Browser permanent herum: Mal kann ich mich nicht einloggen, da er auf einmal die Cookies nicht mehr annimmt. Dann kann ich das Design nicht ändern, weil die Seite gesperrt ist. Dann das nächste, noch was und wieder was… Wer will denn ständig in den Einstellungen schauen oder per Suchmaschine herausfinden, was nun schon wieder hakt?
Was habt Ihr mit dem Firefox gemacht? Ich hatte eine andere WordPress-Seite, eine Weile ist es her, da konnte ich doch mit dem Firefox arbeiten! Aber scheinbar entwickelt sich der Firefox mit jedem Update mehr und mehr in einen Zickenbrowser, der obendrein hoffnungslos mit irgendwelchen Extras überfrachtet wird, die ich nicht nutze.
Liebe Firefox-Entwickler, bald habt Ihr es geschafft, dass ich mich ganz von ihm verabschiede!

Standartsprüche

Es gibt so viele Sprüche, die einfach nur daneben sind. Hier eine kleine Auswahl dieser Sprüche – zum Nachdenken.

Oft heißt es: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ Wie könnte man diesen Satz übersetzen?
1. Arbeit ist kein Vergnügen oder vielleicht darf Arbeit kein Vergnügen sein, sonst ist es keine Arbeit.
2. Erfülle Pflichten, die dir meistens von anderen auferlegt wurden. Danach darfst du machen, was dir gefällt. Doch was ist, wenn man vor lauter Pflichten zu leben vergisst? Wer hat denn davon was? Außerdem beinhaltet das doch noch etwas anderes, das nicht offen ausgesprochen wird: Es ist vollkommen unwichtig, was du willst. Sei gefälligst ein braver Mitarbeiter/braver aufopfernder Mitmensch/braver Sonstwas und komme bloß nicht auf die Idee, ausbrechen zu wollen, etwas anders als üblich machen zu wollen. Vor allem: Werde bloß nicht kreativ!
3. Ebenfalls schwingt mit, dass man erst im Rentenalter das Recht hat, zu machen, was man will. Vorher soll ordentlich geschuftet und gebuckelt werden. Der typische Belohnungsaufschub, der hier versprochen wird. Doch was bringt das, wenn man vor Renteneintritt stirbt? Oder z. B. durch einen Unfall plötzlich ans Bett gefesselt ist? Im Rentenalter einiges nicht mehr machen kann, weil irgendwann Körper und Geist durch Überarbeitung für andere (!) ausgelaugt sind? Oder wenn es manches dann in zig Jahren einfach überhaupt nicht mehr gibt? Zeiten ändern sich, vielleicht ist z. B. Venedig dann untergegangen, das man doch so gerne besuchen wollte, aber diesen Besuch permanent verschoben hat? Oder eine liebe Person gestorben ist, mit der es ein Vergnügen ist, sich zu treffen und zu unterhalten, aber vor lauter Pflichten verschiebt man ständig dieses Treffen?

Will ich etwas erreichen und muss (besser: will!) dafür auch Aufgaben erledigen, die mir keinen Spaß machen, dann ist der Satz in Ordnung. Ist jemand in Not und ich will helfen, auch wenn es Aufgaben sind, die mir nicht gefallen, ok. In allen anderen Fällen ist dieser Satz meiner Meinung nach Blödsinn und soll nur Menschen klein halten.

„Warte nur, wenn du erst einmal … bist, dann…“
Sicher? Wer sagt das? Im Grunde ist dieser Satz genau so ein Blödsinn wie der davor. Niemand von uns kennt die Zukunft. Also wieso sollte man den selbsternannten Hellsehern glauben? Ich habe früher so oft diesen Satz in Verbindung mit der Schule gehört. „Warte nur, wenn du erst einmal arbeiten gehst, dann wirst du die Schulzeit vermissen.“ Nö, stimmt nicht. Ich bin immer noch glücklich, dass ich die Schule hinter mir habe, und egal wie schlecht es mir manchmal ging – ich habe mir NIE meine Schulzeit zurückgewünscht. Ich kenne auch noch einige außer mir, die solche Horrorsätze gehört haben in Bezug auf Kinder: „Wenn du erst einmal Mutter/Vater bist…“ Nun, damit habe ich keine Erfahrung, aber andere. Natürlich ist es ein Unterschied, oft bedeutet es mehr Planung, aber dass plötzlich gar nichts mehr möglich ist, das ist Schwachsinn.

Mein Lieblingsnervsatz: „Der früher Vogel fängt den Wurm.“
Schön für den Vogel. Ich bevorzuge da doch lieber Obst und Gemüse.
Was hat der Vogel bitteschön mit mir zu tun oder mit dir? Ach so…??? Von wegen früh aufstehen? Was ist mit der Eule? Obwohl sie nachts unterwegs ist, fängt sie größeres Getier, da kann sie die kleinen Würmer gerne den Vögeln überlassen.
Mir geht auch die Gleichsetzung von Frühaufsteher mit Langschläfer auf den Senkel. Die korrekten Wortpaare lauten: Frühaufsteher – Spätaufsteher, Langschläfer – Kurzschläfer. Das eine betrifft die Tageszeit, zu der jemand aufsteht, das andere die Schlafdauer, also vollkommen verschiedene Punkte.

„Da gewöhnst du dich dran.“ „Das ist nur eine Sache der Gewöhnung.“ in Bezug auf das Frühaufstehen
Wann gewöhnt man sich daran? Ich warte seit meiner Kindergartenzeit auf die versprochene Gewöhnung! Obwohl ich meistens Arbeitsstellen hatte, die wie Schule und Kindergarten um 08:00 Uhr – also gegen Ende der tiefsten Nacht – beginnen, ab und zu sogar Arbeitsstellen, die ein noch früheres Aufstehen erforderten, warte ich bis heute auf die Gewöhnung. ich kann vor Mitternacht nur sehr schlecht schlafen, am besten (in freien Zeiten getestet) und schnellsten schlafe ich um 03:00 Uhr nachts ein. Um 09:00 Uhr springe ich dann putzmunter und voller Energie aus dem Bett (ich bin also Spätaufsteher und Kurzschläfer!). Interessanterweise bin ich dann auch viel kreativer, konzentrierter und besser gelaunt. Bei früheren Uhrzeiten brauche ich mehrere Wecker und bewege mich wie ein Zombie durch die Wohnung, außerdem bin ich dauermüde. Es gibt Lerchen und Eulen, ich gehöre zur letzten Sorte. Zu welcher gehörst du?

Oft gehört während meiner Ausbildungszeit: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre.“
Ja, schon klar, schließlich lernt man ja. Doch weshalb bekommt ein Azubi diesen Spruch um die Ohren gehauen, wenn er wie der letzte Dreck behandelt wird? Schauen wir uns den Satz doch mal genauer an, statt ihn nur als Aufforderung zum Duckmäusern für den Azubi zu betrachten! Ein Herr ist für die fachliche Ausbildung zuständig. Kümmert er sich nicht darum, ist er kein „Herr“, sondern nur ein Möchtegerntyrann. Die Verpflichtung eines Lehrherrens (der ja auch weiblich sein kann) besteht obendrein in der Sorge um den Azubi, in körperlicher (Arbeitsschutz) und geistiger Hinsicht, auch in emotionaler. Lässt er dagegen seine Launen am Azubi aus, ist er ein Möchtegerntyrann. Der Azubi in seinen Lehrjahren ist zwar dem Herrn untergeordnet, aber der Herr hat eine Fürsorgepflicht, er trägt die Verantwortung für die Ausbildung und den Azubi. Diesen Satz also einem zu Recht unglücklichen Azubi um die Ohren zu hauen, zeugt nur von eigener Ignoranz.

Genug für heute. Ich glaube, ich werde mir noch öfter irgendwelche Standartsprüche vornehmen, die so oft wiederholt werden und teilweise sogar eine üble Sprengkraft in sich tragen. Denn genau diese Sprüche werden zu beschränkenden Glaubenssätzen, die keinem von uns weiterhelfen.

Wieder mehr Luft?

Zumindest hoffe ich das. Heute habe ich dank meiner fleißigen Korrekturleser Tom, Verena und Mama die Hausarbeit für das eine Modul meines Studiums der Erziehungswissenschaft abgeschlossen und bringe sie morgen zur Post. Meine erste Hausarbeit, bisher hatte ich mündliche Prüfungen und Klausuren. Dementsprechend fiel es mir zunächst schwer, wissenschaftlich zu schreiben. Ich hoffe, es ist gelungen. Von meinen Korrekturlesern kamen nur wenige Anmerkungen, was ich verbessern sollte. Das deute ich mal als ein gutes Zeichen.

Hausarbeit beendet, das heißt auch: Bis zum April, wenn das vierte Semester beginnt, habe ich wieder (hoffe ich zumindest) mehr Luft für all meinen Kreativkram. Während der Vorlesungszeit ist ja neben der Arbeit nur wenig Zeit dafür. Dabei habe ich die nächsten Tage und Wochen noch so viel vor: Diese Homepage will weiter gefüllt werden, gerade beim Punkt „Eat“ habe ich noch einiges hereinzustellen. Ich will malen, die Decke fertig häkeln und auf jeden Fall wenigstens den einen Roman weiterschreiben und beenden.  Ein Buchcover benötige ich dann natürlich auch. Mir wird bestimmt nicht langweilig.